Zurück zu den Wurzeln: Rolling Devils mit Neustart in Regionalliga

Vor zwei Jahren stiegen die FCK Rolling Devils in die Rollstuhlbasketballbundesliga auf und erreichten dieses bei ihrer Gründung ausgegebene Ziel damit schneller als erwartet. Im Aufstiegsjahr und als Bundesligist konnten die „rollenden Roten Teufel“ große sportliche Erfolge erzielen und die Farben des 1.FC Kaiserslautern würdig vertreten. Jedoch erwiesen sich die Organisations- und Prozessstrukturen bei den „rollenden Roten Teufeln“ als noch nicht völlig erstligatauglich - deren Ausbau hatte nicht mit der rasanten sportlichen Aufwärtsentwicklung Schritt halten können. Diese strukturellen Defizite haben die Kaiserslauterer Rollstuhlbasketballer mittlerweile komplett beseitigt und exzellente Ergebnisse erzielt. Mit seinen neuen Strukturen, vor allem bei der rechtskonformen Gestaltung von Beschäftigungsverhältnissen (Arbeitsentgelt, Versicherungsschutz, Steuerbeiträge, usw.), aber auch in anderen Bereichen erfüllt der Verein sämtliche Anforderungen der jeweils zuständigen offiziellen Stellen. Auch brauchen die Devils keinen Vergleich innerhalb des Deutschen Rollstuhlbasketballs zu scheuen.

Diese Umstrukturierung parallel zum laufenden Spielbetrieb erwies sich als enorme Aufgabe, die mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden war. Allen Beteiligten gebührt für die tatkräftige Mitwirkung und das entgegengebrachte Verständnis großer Dank. Mit den neuen Strukturen verfügt der Kaiserslauterer Rollstuhlbasketball über ein solides Fundament für eine erfolgreiche Zukunft. Diese hatten die FCK Rolling Devils in der bald beginnenden Saison eigentlich in der RBBL gesehen - doch es kommt jetzt anders als gedacht.

In den letzten Monaten mussten die Devils den Weggang fast ihres gesamten Erstligakaders verschmerzen. Anfragen von möglichen Neuzugängen gab es genügend, um erneut eine bundesligataugliche Mannschaft zusammenzustellen. Doch führt dies zur Frage, inwieweit eine Mannschaft ohne größeren Bezug zur Historie der Rolling Devils ein passendes Aushängeschild für den Kaiserslauterer Rollstuhlbasketball wäre. Zudem muss der Verein neuerdings bei den Sponsoring-Einnahmen einen erheblichen Rückgang verkraften, der die Etatplanung für die kommende Saison deutlich erschwert. Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatten finanzielle Verpflichtungen aus Altlasten und Kostenpositionen in unerwarteter Höhe große Löcher in den Saisonetat gerissen. Der Verein konnte diese Löcher dank seiner Freunde und Unterstützer stopfen und so seiner Verantwortung gegenüber dem Rollstuhlsport, dem Verband und der Liga sowie vor allem seinen Spielern gerecht werden. Der Start in eine weitere Bundesligasaison mit einer signifikanten Deckungslücke würde im Sinne dieser Verantwortung ein großes Risiko bedeuten. Kosteneinsparungen durch einen Rückbau der neuen Strukturen wären nicht mit den Ansprüchen der Devils vereinbar. Denn diese setzen auf eine einwandfreie und gegenüber Verband, Spielern und Sponsoren jederzeit vertretbare Vereinsarbeit.

Aus diesen Gründen haben die FCK Rolling Devils schweren Herzens die Entscheidung getroffen, ihre erste Mannschaft vom RBBL-Spielbetrieb zurückzuziehen. Der Verein bedauert zutiefst, dass dieser Schritt erst nach der Mannschaftsmeldung erfolgt und sich dadurch negativ auf den Ligaspielbetrieb in der kommenden Saison auswirken wird. Im Gegenzug bitten die Rolling Devils um Verständnis dafür, dass ein Rückzug vor Saisonbeginn trotz allem die bessere Variante darstellt als ein durch Zahlungsunfähigkeit verursachter Rückzug im laufenden Spielbetrieb. Das hohe Risiko eines finanziell bedingten späteren Rückzugs verbietet schlichtweg die große Verantwortung des Vereins gegenüber dem Sport, dem Verband, der Liga und seinen Spielern.

Die FCK Rolling Devils werden mit ihrer bisherigen zweiten Mannschaft in der Regionalliga Mitte auch weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen. Diese Mannschaft umfasst mehrere Spieler aus der Region mit zum Teil langer Vereinszugehörigkeit und repräsentiert den Verein damit würdig. Nach dem abgeschlossenen strukturellen Neuaufbau des Vereins gehen die Rolling Devils nun den sportlichen Neustart an, dessen zentrales Ziel die baldige Rückkehr in die 2. Bundesliga ist.

Vorstand Sascha Gergele zum Bundesliga-Rückzug der Rolling Devils:

"Diese Entscheidung ist uns enorm schwer gefallen, aber hier muss die Vernunft siegen. Wir können hier kein Harakiri betreiben und den gesamten Verein aufs Spiel setzen. Wir stehen hier gegenüber allen Aktiven, Mitgliedern und unseren Partnern in der Pflicht. Die Devils-Familie muss und wird wieder enger zusammenwachsen und jeder einzelne kann dazu beitragen, den erneuten Weg nach oben zu ebnen. Wir hoffen noch weitere Partner zu gewinnen, mit denen wir gemeinsam die Rolling Devils schnell wieder nach vorne bringen."

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